Am 21. Februar 2025 erlitt Bybit, eine der weltweit führenden Kryptowährungsbörsen, einen beispiellosen Sicherheitsvorfall. Hacker stahlen digitale Assets im Wert von etwa 1,4 Milliarden US-Dollar, was den größten Krypto-Raubüberfall der Geschichte markiert. Die Bestände der Bybit-Hacker-Entität können über die Arkham Intelligence Plattform nachverfolgt werden. Der Angriff betraf hauptsächlich Ethereum (ETH), dessen Preis in der vergangenen Woche auf bis zu 2.619 US-Dollar fiel. Bybits Reaktion, einschließlich eines massiven ETH Buybacks, hat jedoch begonnen, das Marktvertrauen wiederherzustellen.
Lazarus Group, ein nordkoreanisches staatlich unterstütztes Hacking-Syndikat, führte den Bybit-Hack mit fortschrittlichen Täuschungs- und Geldwäsche-Techniken durch. Der Angriff zielte speziell auf Bybits Multi-Signature ETH Cold Wallet ab, wobei Signierer durch eine gefälschte UI getäuscht wurden, die Transaktionsdetails heimlich veränderte. So konnten Hacker etwa 400.000 ETH im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar abzweigen und die Assets auf mehrere Wallets verteilen.
Lazarus Group: Ein Jahrzehnt voller Cyber-Raubüberfälle
Die Lazarus Group gehört seit 2010 zu den produktivsten Hacking-Kollektiven und ist verantwortlich für einige der größten Krypto-Raubüberfälle der Geschichte. Zu ihren früheren Angriffen zählen:
Die Gruppe verfolgt eine strategische Vorgehensweise bei der Geldwäsche gestohlener Gelder und wartet oft Jahre, bevor sie versucht, diese auszuzahlen. Chainalysis berichtete, dass Lazarus im Jahr 2022 noch mindestens 55 Millionen US-Dollar aus früheren Hacks hielt.
Lazarus nutzte eine Kombination aus Täuschung und schnellem Fonds-Transfer, um den Angriff durchzuführen:
Nach dem Angriff lieh Bybit ETH und erhöhte die Liquidität für USDT und USDC, um Auszahlungen sicherzustellen. Das Unternehmen arbeitet seither daran, die fehlenden Reserven zurückzukaufen. Sicherheitsexperten warnen jedoch, dass solche großangelegten Vorfälle die Notwendigkeit stärkerer Multi-Signature-Schutzmechanismen und verbesserter Verifikationsprotokolle unterstreichen.
Die Lazarus Group setzt die Geldwäsche der gestohlenen Assets fort. Am 22. Februar 2025 berichtete Blockchain-Experte @zachXBT in einem Telegram-Post, dass der Hacker 37.900 ETH (im Wert von ca. 106 Millionen US-Dollar) in andere Assets umwandelte. Die Gruppe nutzte mehrere Cross-Chain-Plattformen wie Chainflip, THORChain, LiFi und OKX DEX, um Gelder zu bewegen und in nicht einfrierbare Assets wie DAI zu konvertieren. Zudem gab die Blockchain-Sicherheitsfirma Elliptic kürzlich Einblicke in die von Lazarus verwendeten Geldwäsche-Methoden. Elliptic beobachtete, dass diese nordkoreanisch unterstützte Gruppe häufig mehrere Taktiken zur Geldwäsche einsetzt.
Gegenmaßnahmen der Exchanges:
Bybit reagierte auf den 1,4 Milliarden US-Dollar Ethereum-Hack am 22. Februar 2025, indem die Börse innerhalb von 24 Stunden gestohlene Gelder im Wert von 42,89 Millionen US-Dollar einfrierte – in Zusammenarbeit mit mehreren Krypto-Plattformen wie Tether und THORChain. Laut dem Post auf X:
@zachXBT enthüllte in einem Telegram-Post, dass der Hacker Assets nun auf Solana verschoben hat, was die Nachverfolgung weiter erschwert. Als Reaktion darauf kooperierte Bybit mit pump.fun und der Solana Foundation Präsidentin Lily Liu, um einen Solana-basierten Token, der mit dem Hacker in Verbindung steht, zu entfernen.
Bybit hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit zu erhöhen und seine Nutzer zu beruhigen:
Bybit bestätigte, dass das Team kurz davor steht, 100 % der ETH-Reserven wiederherzustellen und dass Ein- und Auszahlungen wieder normal laufen. CEO Ben Zhou kündigte an, dass bald ein neuer, geprüfter Proof-of-Reserves-Bericht veröffentlicht wird, der sicherstellt, dass Kundenvermögen durch das Merkle-Tree-System 1:1 gedeckt sind. Bybits schnelle Wiederherstellungsmaßnahmen, einschließlich Krediten, Whale-Deposits und ETH-Käufen im Gesamtwert von 1,23 Milliarden US-Dollar, spiegeln eine koordinierte Reaktion mit der Krypto-Community und Sicherheitsexperten wider, um Vertrauen wieder aufzubauen und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Der Angriff führte dazu, dass der ETH-Preis innerhalb von nur sieben Stunden um über 7% fiel – von 2.831 US-Dollar auf 2.629 US-Dollar. Das Ausmaß des Hacks löste Panik-Auszahlungen bei Bybit aus, wobei über 350.000 Nutzer versuchten, ihre Assets zu sichern. Bybits schnelle Reaktion und der Proof-of-Reserves-Audit halfen, die Marktstimmung zu stabilisieren, sodass sich der ETH-Preis wieder über 2.700 US-Dollar erholte.
Mehrere Krypto-Exchanges und Institutionen unterstützten Bybit:
Um zukünftige Angriffe zu verhindern, implementiert Bybit nun fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen, darunter:
Bybits Wiederherstellungsmaßnahmen konzentrieren sich nun auf rechtliche Schritte gegen die Angreifer und die Implementierung strengerer Sicherheitsprotokolle. Das ETH Buyback-Programm der Plattform hat bereits den Markt beeinflusst, indem es Resilienz und Engagement für das Vertrauen der Nutzer demonstriert. Dennoch bestehen Bedenken, ob solche Buybacks einen Präzedenzfall schaffen, der die Dringlichkeit von Sicherheitsverbesserungen mindern könnte.
Der Erfolg von Bybits Strategie hängt ab von: