Das BTCFi-Ökosystem: Bitcoin-natives und BTC-basiertes DeFi
BTC-basiertes DeFi
Bitcoin DeFi Lending und Borrowing (Kreditvergabe und -aufnahme)
Bitcoin Yield: So erzielen Sie Rendite mit Bitcoin
Bitcoin-natives BTCFi
Ist DeFi auf Bitcoin möglich?
Wie funktioniert Bitcoin DeFi: Die wichtigsten technischen Lösungen
Asset-Layer: Bitcoin-Token-Standards und Tokens auf Bitcoin
Execution-Layer: Bitcoin-DeFi-Plattformen
Application-Layer: Bitcoin-DeFi-Protokolle und dApps
Bitcoin Staking: Belohnungen und ökonomische Sicherheit
Bitcoin-Token-Standards und -Protokolle
Was sind Bitcoin Ordinals und was ist BRC-20?
Was sind Bitcoin Runes?
Bitcoin Light Pools
Fazit
FAQ
Was sind Bitcoin Ordinals?
Wie kann man Rendite auf Bitcoin erzielen?
Was ist BRC-20?
Was ist Bitcoin DeFi?
Was ist Bitcoin Staking?
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Die USA haben im Jahr 2024 Spot-Bitcoin-ETFs eingeführt. Obwohl dies institutionellen Investoren den Kauf von BTC über traditionelle Börseninfrastruktur erleichterte, bleibt der Vermögenswert größtenteils „passiv“ und wird von Anlegern vor allem als „digitales Gold“ betrachtet. Vereinfacht ausgedrückt: Man kauft und hält ihn lediglich, anstatt ihn innerhalb seines nativen Ökosystems produktiv einzusetzen.
Daten von Glassnode belegen dies: Heute liegen 13 Millionen BTC ungenutzt in Wallets und Cold-Storage-Speichern. Das entspricht 65 % eines Netzwerks mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Billion US-Dollar. Letztlich liegt das wertvollste digitale Asset der Geschichte brach, anstatt echten Nutzen innerhalb seines eigenen Ökosystems zu generieren.
Bitcoins illiquides Angebot beläuft sich auf 13 Millionen BTC. Quelle: glassnode.com
Jahrelang stellte dieser Ansatz weder für traditionelle noch für Krypto-Investoren ein Problem dar. Doch mit dem Aufkommen weiterer Utility-Token wie ETH, SOL, HYPE usw. begannen Halter nach Wegen zu suchen, Renditen (Yield) auf ihre BTC-Bestände zu erzielen. So entstand die BTCFi-Bewegung, auch bekannt als BitcoinFi oder Bitcoin DeFi. Sie wandelte das Asset von einem reinen Wertaufbewahrungsmittel in eine Basisschicht für dezentrale Finanzen um. Unter diesem Paradigma erschließt der Vermögenswert eine gewaltige neue Liquiditätsquelle.
Dieser Artikel erklärt präzise, was BTCFi ist, beleuchtet die Technologien, die DeFi auf Bitcoin ermöglichen, und zeigt auf, wo BTC bereits produktiv genutzt wird. Zudem untersuchen wir Ordinals, BRC-20, Runes, Bitcoin Bridges sowie die grundlegenden Unterschiede zwischen nativem BTC und Wrapped BTC.
Was ist Bitcoin DeFi? BTCFi erklärt
Bitcoin DeFi oder BTCFi bezeichnet eine Reihe von Protokollen und Anwendungen, die BTC oder die Bitcoin-Infrastruktur für dezentrale Finanzoperationen nutzen.
Bitcoin Decentralized Finance umfasst:
Kreditvergabe mit BTC als Sicherheit (Collateralized Lending);
Renditeerzielung (Yield Generation);
Staking und Restaking über Drittanbieter-Netzwerke;
dezentraler Handel;
Ausgabe von Stablecoins und anderen Vermögenswerten.
Im herkömmlichen Sinne ist BTCFi weder eine eigenständige Blockchain noch ein technischer Standard oder ein einzelnes Projekt – auch wenn manche konkreten Projekte diesen Namen tragen. Stattdessen fungiert der Begriff als Sammelbezeichnung für die gesamte Finanzinfrastruktur, die rund um Bitcoin aufgebaut wird.
Dieser Sektor umfasst Anwendungen auf der Basisschicht (Layer 1) von Bitcoin, Layer-2-Netzwerke und Sidechains sowie Bridges und Protokolle, die BTC auf anderen Blockchains nutzbar machen. Die Nutzung von Bitcoin im DeFi-Bereich kann sowohl Operationen mit nativem BTC als auch mit dessen „gepackten“ (wrapped) oder tokenisierten Versionen beinhalten.
Laut Daten von DeFiLlama aus dem Juli 2026 liegt der Total Value Locked (TVL) von Bitcoin bei rund 4,3 Milliarden US-Dollar, wobei Babylon mit etwa 3,37 Milliarden US-Dollar führend ist. Zum Vergleich: Der TVL von Ethereum liegt bei 41 Milliarden US-Dollar.
Erwähnenswert sind auch Token innerhalb der BTCFi-Kategorie: Ihre gesamte Marktkapitalisierung liegt bei rund 590 Millionen US-Dollar, während das 24-Stunden-Handelsvolumen etwa 274 Millionen US-Dollar erreicht.
Das BTCFi-Ökosystem: Bitcoin-natives und BTC-basiertes DeFi
In der Praxis hat sich BTCFi über zwei Hauptmodelle entwickelt. Das erste nutzt BTC als Vermögenswert innerhalb bestehender DeFi-Ökosysteme. Bitcoin wird dabei durch Token wie WBTC, cbBTC, LBTC und tBTC abgebildet, die als Sicherheiten hinterlegt, Liquiditätspools hinzugefügt oder in Renditestrategien auf Ethereum und anderen Smart-Contract-Netzwerken eingesetzt werden können. Dies ist derzeit der weiter entwickelte Bereich von Bitcoin DeFi.
Das zweite Modell konzentriert sich auf Infrastrukturen, die direkt mit Bitcoin verbunden sind. Native Lösungen nutzen Bitcoin-Transaktionen, UTXOs, Bitcoin Script oder BTC-gestützte Sicherheit für Abwicklung (Settlement), Asset-Ausgabe und Staking. Ordinals und Runes laufen direkt auf der Basisschicht von Bitcoin, während Stacks, Rootstock, Core und Babylon zusätzliche Logik über an Bitcoin angebundene Netzwerke ausführen.
Vergleich
BTC-basiertes DeFi
Bitcoin-natives BTCFi
Infrastruktur
Ethereum und andere Smart-Contract-Netzwerke
Mit Bitcoin verbundene L2s, Sidechains und Sicherheitsprotokolle
Rolle von BTC
Eines der unterstützten Finanz-Assets
Teil des Liquiditäts-, Sicherheits- oder Abwicklungsmodells des Protokolls
BTC-Format
Hauptsächlich Wrapped oder tokenisierter BTC
Nativer BTC oder an Bitcoin gekoppelte Assets
Hauptanwendungsbereiche
Kreditvergabe, Liquiditätsbereitstellung, Handel, Rendite, Deckung synthetischer Dollar
BTC-Staking, Smart-Contract-Ausführung und an Bitcoin gekoppelte Anwendungen
Beispiele
Aave und Morpho für Kredite; Curve für Liquidität; Ethena zur Deckung von USDe
Babylon und Core für BTC-Staking; BOB, Stacks und Rootstock für Anwendungs-Infrastruktur
Dieser Unterschied zeichnete sich bereits im Februar 2022 ab, als das Ethereum-DeFi-Ökosystem etwa zehnmal mehr BTC hielt als Bitcoin DeFi selbst. Bis Juli 2026 blieb die TVL-Kluft ähnlich groß: Ethereum DeFi hielt 49,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit rund 4,3 Milliarden US-Dollar in der Bitcoin-Kategorie.
Ethereum hielt zudem 8,36 Milliarden US-Dollar in WBTC und 4,01 Milliarden US-Dollar in cbBTC, also zusammen 12,4 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen spiegeln den Gesamtwert von tokenisiertem BTC auf Ethereum wider und nicht nur die in einzelnen DeFi-Protokollen hinterlegten Beträge. Dennoch verdeutlichen sie, dass ein beträchtlicher Teil der programmierbaren Bitcoin-Liquidität weiterhin im EVM-Ökosystem statt auf nativer Bitcoin-Infrastruktur existiert.
Wie bereits erwähnt, beläuft sich der TVL des BTCFi-Ökosystems auf etwa 4,3 Milliarden US-Dollar. Dieses Kapital verteilt sich wie folgt:
Babylon Protocol machte rund 3,37 Milliarden US-Dollar aus;
In der Rangliste finden sich außerdem b14g, THORChain, Solv Protocol, Templar Protocol, Zeus Network, Yala und zahlreiche weitere Projekte.
Top 10 Bitcoin-DeFi-Protokolle nach TVL. Quelle: defillama.com
BitcoinFi-Projekte lassen sich anhand ihrer Kernfunktionen kategorisieren. Stacks, Rootstock, Core und BOB stellen Ausführungsumgebungen für Anwendungen und Smart Contracts bereit. Babylon und b14g nutzen BTC zur Absicherung externer Netzwerke. Lombard, tBTC, Bedrock und Solv geben unterschiedliche tokenisierte Formen von Bitcoin aus. THORChain, Sovryn, ALEX, Templar und Yala ermöglichen Handel, Kreditvergabe und die Ausgabe von mit BTC gedeckten Vermögenswerten.
BTC-basiertes DeFi
BTC-basiertes DeFi umfasst Protokolle, die Bitcoin als Finanz-Asset nutzen, ohne dessen eigene Blockchain für die Programmausführung zu verwenden. BTC wird üblicherweise bei einem Verwahrer oder in einer Bridge gesperrt und anschließend auf Ethereum oder einem anderen Netzwerk als tokenisierter Vermögenswert wie WBTC, cbBTC oder tBTC ausgegeben.
Tokenisierter Bitcoin kann als Sicherheit auf Aave und Morpho dienen, Liquidität auf Curve bereitstellen oder in Ertragsstrategien eingesetzt werden. Dieses Modell bildet nach wie vor das am weitesten entwickelte Segment von BTCFi.
Bitcoin DeFi Lending und Borrowing (Kreditvergabe und -aufnahme)
Bitcoin DeFi Lending ermöglicht es Nutzern, sich Liquidität gegen BTC zu leihen, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert verkaufen zu müssen. Ein Kreditnehmer hinterlegt Bitcoin als Sicherheit und erhält im Gegenzug Stablecoins. Andere Nutzer stellen Lending-Pools Vermögenswerte zur Verfügung und verdienen daran Zinsen, die von den Kreditnehmern gezahlt werden.
Die verfügbare Kredithöhe hängt von der Beleihungsquote ab, dem sogenannten Loan-to-Value (LTV): dem Verhältnis der Kreditsumme zum Wert der hinterlegten Sicherheiten. Bei einem LTV von 50 % kann sich ein Nutzer mit 100.000 US-Dollar in BTC bis zu 50.000 US-Dollar leihen. Fällt der Bitcoin-Kurs, steigt der LTV-Wert an, sodass der Kreditnehmer weitere Sicherheiten nachschießen oder einen Teil des Kredits zurückzahlen muss. Andernfalls löst ein Smart Contract automatisch eine Liquidation aus, bei der ein Teil der hinterlegten BTC verkauft wird.
Die Protokolle nutzen unterschiedliche Betriebsmodelle und agieren entweder als direkte Kreditplattformen oder als Rendite-Aggregatoren. Zu den besten Bitcoin-Lending-Plattformen zählen Nexo, Sats Terminal, Ledn, Lava und Debifi.
Bitcoin Yield: So erzielen Sie Rendite mit Bitcoin
Unter Bitcoin Yield versteht man Erträge, die ein Halter generiert, während er weiterhin im Besitz seiner BTC bleibt. Im Kontext von BTCFi bezieht sich dies in der Regel auf zusätzliche Erträge neben reinen Kursgewinnen von Bitcoin: Kreditzinsen, Handelsgebühren, Belohnungen für die Netzwerksicherheit oder Erträge aus automatisierten Strategien.
Eine Möglichkeit, Rendite auf Bitcoin zu erzielen, ist die Einzahlung von BTC oder dessen tokenisierter Version in ein Lending-Protokoll. Kreditnehmer zahlen Zinsen für die Kapitalnutzung, und Liquiditätsanbieter erhalten einen Teil dieser Zahlungen. Auf DEXs entsteht Rendite durch Swap-Gebühren: Nutzer zahlen Vermögenswerte in einen Handelspool ein und erhalten einen Anteil der erhobenen Gebühren. Die Höhe dieser Renditen hängt von der Kreditnachfrage und dem Handelsvolumen ab.
Eine weitere Option zur Erzielung von Bitcoin-Renditen sind ertragbringende Versionen von BTC. Wenn beispielsweise Bitcoin bei Lombard hinterlegt wird, erhält der Nutzer LBTC. Der zugrunde liegende BTC wird über Babylon gestakt, um andere Netzwerke abzusichern, und die Belohnungen werden wieder in BTC umgewandelt. Das LBTC-Guthaben selbst erhöht sich dabei nicht; stattdessen steigt im Laufe der Zeit der Wechselkurs, zu dem der Token wieder in Bitcoin eingelöst werden kann.
Nutzer können LBTC zudem auf Aave, Morpho, Spark, Curve und weiteren DeFi-Protokollen einsetzen, um zusätzlichen BTC-Ertrag zu erwirtschaften.
Bitcoin-natives BTCFi
Bitcoin-natives BTCFi bündelt Netzwerke und Protokolle, die die Bitcoin-Blockchain oder nativen BTC als festen Bestandteil ihrer Infrastruktur einbinden. Diese Kategorie umfasst Layer-2-Netzwerke, Sidechains, Bridges und Bitcoin-Staking-Mechanismen.
Stacks, Rootstock und BOB stellen Ausführungsumgebungen für Smart Contracts und dApps bereit. Babylon und Core nutzen gesperrte BTC, um die Sicherheit anderer Netzwerke zu gewährleisten. Der Großteil der Transaktionen kann außerhalb der Basisschicht stattfinden, bleibt jedoch über Verwahrung, Abwicklung oder Transaktionsfinalität direkt an Bitcoin gekoppelt.
Ist DeFi auf Bitcoin möglich?
Die kurze Antwort auf die Frage, ob DeFi auf Bitcoin möglich ist, lautet schlichtweg: Ja.
Historisch gesehen entwickelte sich die dezentrale Finanzwelt auf Ethereum und anderen Smart-Contract-Plattformen. Bitcoin verfügt von Haus aus über keine Smart Contracts, bietet jedoch eine integrierte Skriptsprache namens Bitcoin Script. Diese Sprache legt Bedingungen für das Ausgeben von BTC fest – beispielsweise die Anforderung mehrerer Signaturen oder zeitliche Sperren bis zu einem bestimmten Datum. Allerdings reichen diese Fähigkeiten nicht aus, um komplexe Finanzanwendungen direkt abzubilden.
Bitcoin DeFi gewann erst mit der Entstehung eigenständiger Rechennetzwerke rund um die Kern-Blockchain spürbar an Dynamik:
2021 gingen Stacks 2.0 und das Taproot-Upgrade live;
2023 stellte der Entwickler Robin Linus das BitVM-Konzept zur Verifizierung komplexer Berechnungen auf der Basisschicht vor.
Heute entwickelt sich DeFi auf Bitcoin über Netzwerke wie Rootstock, Stacks, Babylon, Core und BOB weiter. Hierfür setzen Projekte auf Sidechains, L2-Netzwerke, Bridges, tokenisierte BTC-Versionen, Taproot und BitVM. Diese Technologien bilden bereits das Fundament für Lending-Protokolle, DEXs, Ertrags-Tools und Lösungen für das BTC-Staking.
Im Folgenden gehen wir näher auf die wichtigsten Projekte und technischen Lösungen ein, die BTCFi antreiben.
Wie funktioniert Bitcoin DeFi: Die wichtigsten technischen Lösungen
Die Bitcoin-Blockchain übernimmt die Verwahrung der BTC und die endgültige Transaktionsabwicklung. Komplexere Vorgänge wie Token-Swaps, Kreditvergaben oder Renditeberechnungen laufen typischerweise auf separaten Protokollen und Netzwerken ab, die mit Bitcoin verbunden sind. Rein technisch könnte man die Erklärung zur Funktionsweise von Bitcoin DeFi bereits an dieser Stelle beenden.
Jedes Bitcoin-Guthaben ist als Unspent Transaction Output (UTXO) gespeichert. Nutzer können an diese Outputs spezifische Bedingungen knüpfen, die regeln, wer die Coins bewegen darf, wie viele Signaturen nötig sind und wann das Guthaben freigegeben wird. Die native Sprache Bitcoin Script legt diese Parameter fest. Babylon beispielsweise sperrt BTC über eine spezielle On-Chain-Transaktion und nutzt diese Vermögenswerte zur Absicherung anderer Netzwerke.
Kreditvergabe und Handel erfordern jedoch hochflexible Smart Contracts. Um dies zu ermöglichen, sperren Nutzer ihre BTC in einer Cross-Chain-Bridge und erhalten einen 1:1 gekoppelten Vermögenswert auf einem anderen Netzwerk. Genau so funktioniert sBTC auf Stacks, wo jeder sBTC 1:1 durch nativen BTC gedeckt ist. Nach dem Minting können Nutzer dieses Asset auf DEXs, Lending-Protokollen und weiteren dApps einsetzen. Beim Rücktausch verbrennt das Protokoll den sBTC und gibt den ursprünglichen BTC auf der Basisschicht wieder frei.
Vereinfachtes Diagramm des Stacks-Workflows in Bitcoin DeFi. Quelle: x.com
Darüber hinaus nutzt Bitcoin DeFi L2-Netzwerke, Sidechains, Bridges und tokenisierte Versionen von BTC. Rootstock beispielsweise unterstützt EVM-kompatible Smart Contracts und bindet sein Netzwerk über den PowPeg-Mechanismus an Bitcoin an.
Asset-Layer: Bitcoin-Token-Standards und Tokens auf Bitcoin
Die Asset-Ebene umfasst alle innerhalb von BTCFi genutzten Vermögenswerte. Dazu zählen nativer BTC, Token direkt auf Bitcoin, tokenisierte Bitcoin-Repräsentationen auf anderen Netzwerken sowie Stablecoins, die mit BTC besichert sind oder im Bitcoin-Ökosystem ausgegeben werden.
Ursprünglich fehlte Bitcoin ein eigener Token-Standard, der mit dem ERC-20-Standard auf Ethereum vergleichbar gewesen wäre. Daher entwickelten Programmierer alternative Lösungen auf Basis des Netzwerks. In manchen Fällen werden Token-Daten direkt in Bitcoin-Transaktionen eingeschrieben. In anderen Fällen wird BTC gesperrt, während ein verknüpftes Asset auf einem Sekundärnetzwerk wie Ethereum ausgegeben wird, um in DeFi-Anwendungen eingesetzt werden zu können.
Ordinals. Dieses Nummerierungssystem weist einzelnen Satoshis eine eindeutige Identität zu. Nutzer können Bilder, Texte, Programmcodes oder andere Dateien an einen bestimmten Satoshi anhängen. Dieser Datensatz wird als Inscription bezeichnet. Er verbleibt direkt auf der Bitcoin-Blockchain, ohne dass ein zusätzlicher Token oder eine Sidechain erforderlich ist.
BRC-20. Ein pseudonymer Entwickler namens Domoführte diesen experimentellen Standard im März 2023 ein. BRC-20 nutzt Ordinals-Inscriptions im JSON-Format, um Assets bereitzustellen, zu minten und zu übertragen. Bemerkenswert ist, dass BRC-20-Token nicht auf Smart Contracts basieren; stattdessen erfassen und berechnen externe Indexer deren Bestände.
Die 7 größten BRC-20-Token nach Marktkapitalisierung. Quelle: coingecko.com
Runes. Dieses Protokoll ermöglicht die Ausgabe und den Transfer fungibler Vermögenswerte über das standardmäßige UTXO-Modell von Bitcoin. Betriebsdaten zu Prägungen und Transfers werden mittels OP_RETURN in Transaktionen festgehalten. Jede einzelne Rune ist mit einer anderen identisch, wohingegen eine Ordinals-Inscription ein individuelles, nicht austauschbares Objekt darstellt.
Tokenisierter BTC. Hierbei handelt es sich um Vermögenswerte, die im Verhältnis 1:1 oder über ein vergleichbares Modell durch Bitcoin gedeckt sind. sBTC wird auf Stacks ausgegeben, LBTC auf Lombard und tBTC auf dem Threshold Network. Diese BTC-Versionen können in Lending-Protokollen, auf DEXs und als Kreditsicherheit verwendet werden.
Die Execution-Ebene besteht aus den Netzwerken und Protokollen, auf denen die eigentlichen DeFi-Operationen stattfinden. Die Bitcoin-Blockchain bestätigt zwar BTC-Transaktionen, ihre nativen Funktionen reichen jedoch nicht für den Betrieb komplexer Anwendungen aus. Deshalb lagern Bitcoin-DeFi-Plattformen Berechnungen auf ein separates, mit Bitcoin verbundenes Netzwerk aus.
Zur Übertragung von Liquidität kommt häufig eine Bitcoin Bridge zum Einsatz. Ein Nutzer sperrt BTC auf dem Bitcoin-Netzwerk und erhält auf einem anderen Netzwerk ein 1:1 gekoppeltes Asset. Zahlt man beispielsweise BTC über die Stacks BTC Bridge ein, wird die entsprechende Menge an sBTC gemintet. Dieser Vermögenswert kann dann in Lending-Protokollen bereitgestellt, auf einer DEX getauscht werden usw. Bei einer Auszahlung läuft der Prozess in umgekehrter Reihenfolge ab.
Rootstock stellt eine EVM-kompatible Umgebung bereit, die es Entwicklern ermöglicht, ursprünglich für Ethereum entwickelte Verträge und dApps auszuführen. Das native Asset des Netzwerks ist rBTC, das über den zweiseitigen PowPeg-Mechanismus an BTC gekoppelt ist. Auf Rootstock laufen bereits Anwendungen für den Handel und die Vergabe von mit Bitcoin besicherten Krediten.
Core unterstützt EVM-Smart-Contracts und bietet einen eigenen Mechanismus für Non-Custodial Bitcoin Staking. Nutzer sperren BTC über eine Bitcoin-Transaktion, wählen einen Core-Validator und erhalten Belohnungen in CORE. Im „Dual Staking“-Modus werden BTC und CORE gleichzeitig gestakt, wobei die Rendite vom Verhältnis beider Assets abhängt.
BOB (Build on Bitcoin) positioniert sich als hybrides L2-Netzwerk, das eine EVM-Umgebung mit der Infrastruktur von Bitcoin verbindet. Das BOB Gateway dient für kettenübergreifende Operationen mit BTC, und die Architektur des Projekts beinhaltet eine auf BitVM basierende Bitcoin Bridge.
Application-Layer: Bitcoin-DeFi-Protokolle und dApps
Die Application-Ebene umfasst Produkte für Endnutzer: DEXs, Lending-Dienste, Liquiditätspools, Stablecoins und Yield-Farming-Anwendungen. Sie bauen auf den Netzwerken der Ausführungsebene auf und greifen auf deren Smart Contracts zu.
Unter Bitcoin Native DeFi versteht man in der Regel Anwendungen, bei denen BTC als primärer Vermögenswert im Zentrum steht.
Bitcoin Staking: Belohnungen und ökonomische Sicherheit
Gibt es Staking auf Bitcoin? Eigentlich nicht: Bitcoin basiert auf Proof of Work, was bedeutet, dass Miner Blöcke erzeugen und das Netzwerk sichern. Innerhalb von BTCFi bezeichnet Bitcoin Staking jedoch das Sperren von BTC auf der Bitcoin-Blockchain, damit ein anderes Netzwerk diesen Gegenwert als ökonomische Sicherheit nutzen kann.
Die BTC werden dabei weder an einen Validator übertragen noch „gepackt“ (wrapped) oder über eine Bridge verschoben. Stattdessen erstellt der Halter eine zeitgesperrte Bitcoin-Transaktion und wählt einen Operator aus. Das verbundene Netzwerk registriert diese Transaktion und rechnet die gesperrten BTC dem Sicherheitsgewicht dieses Operators an. Der Operator validiert Blöcke, kann die Bitcoins des Nutzers jedoch zu keinem Zeitpunkt ausgeben.
Core ist eine Layer-1-Blockchain, die drei Sicherheitskomponenten kombiniert: Delegierungen des CORE-Tokens, gesperrte BTC und delegierte Hash-Power von Bitcoin-Minern. Ein BTC-Halter sperrt Coins auf Bitcoin und weist sie einem Core-Validator zu. Relayer erkennen diese Transaktion und registrieren den delegierten Betrag auf Core, was die Validatorauswahl beeinflusst.
Ausgewählte Validatoren erstellen Core-Blöcke und erhalten neu ausgegebene CORE-Token sowie Transaktionsgebühren. Jeder Validator behält eine Provision ein und schüttet die restlichen Belohnungen an seine Delegierer aus. BTC-Halter verdienen somit Belohnungen in CORE, während ihre Bitcoin sicher auf der nativen Blockchain gesperrt bleiben.
Funktionsweise des Bitcoin-Stakings auf Core. Quelle: coredao.org
Babylon Genesis ist eine PoS-Layer-1 und bildet die Koordinationsschicht für Babylons Bitcoin-Staking-Protokoll. BABY-Validatoren erzeugen Blöcke, während BTC-Halter Bitcoin sperren und an Finality Provider delegieren. Diese Provider nutzen die zugewiesene Sicherheitsmacht zur Blockbestätigung. Verstößt ein Provider gegen die Protokollregeln, kann ein Teil der zugeordneten BTC gekürzt (geslasht) werden.
Andere Chains und Anwendungen können sich als sogenannte Bitcoin Supercharged Networks (BSNs) an Babylon anbinden. Dadurch können sie die durch gestakte BTC gesicherte Infrastruktur nutzen, anstatt ein eigenes Bitcoin-Staking-System aufzubauen oder sich stark auf die Inflation ihres eigenen Tokens verlassen zu müssen. Babylons Multi-Staking-Modell ist zudem darauf ausgelegt, dass dieselbe BTC-Position mehrere verbundene Netzwerke gleichzeitig absichern kann.
BSNs senden ihre nativen Token oder andere Vermögenswerte als Staking-Belohnungen an Babylon Genesis. Babylon behält eine geringe Protokollgebühr ein und leitet die verbleibenden Token an die BTC-Staker weiter. Über diese Gebühr monetarisiert das Protokoll die Bereitstellung seiner Sicherheitsinfrastruktur. Auf Babylon Genesis selbst erhalten BTC- und BABY-Staker BABY-Belohnungen aus der jährlichen Token-Emission, während Finality Provider eine Provision einbehalten.
Das Bitcoin-Netzwerk selbst zahlt keine Bitcoin-Staking-Belohnungen aus. Die Quelle der Erträge hängt vom jeweiligen Zielnetzwerk ab:
Core schüttet neu ausgegebene CORE-Token und Transaktionsgebühren aus.
Babylon Genesis verteilt BABY-Token aus der jährlichen Emission.
Andere BSNs vergeben ihre eigenen Token oder andere festgelegte Belohnungs-Assets.
Die Rendite beim Bitcoin-Staking variiert je nach den Belohnungsregeln des Netzwerks, der Gesamtzahl gesperrter BTC, der Performance des Operators und den Provisionssätzen. Der BTC-Bestand des Nutzers selbst erhöht sich dabei nicht – die Erträge werden separat in CORE, BABY oder den Token der abgesicherten Netzwerke ausgezahlt.
Bitcoin-Token-Standards und -Protokolle
BTCFi geht weit über reine Finanzanwendungen hinaus. Spezielle Standards und Protokolle ermöglichen es, Token auszugeben, Daten zu speichern und Handelsaktivitäten direkt über die Bitcoin-Infrastruktur abzuwickeln.
Ordinals schreiben Daten direkt auf Satoshis, BRC-20 und Runes unterstützen die Ausgabe fungibler Token, und Light Pools etablieren ein Handelsmodell auf Basis signierter Preisangebote und Bitcoin-Transaktionen. Jeder dieser Mechanismen nutzt die Netzwerkfunktionen und Transaktionsdaten von Bitcoin auf unterschiedliche Weise.
Was sind Bitcoin Ordinals und was ist BRC-20?
Das Interesse an erweiterten Bitcoin-Funktionen stieg nach den Upgrades SegWit und Taproot sprunghaft an, da diese die Datenkapazität von Transaktionen erhöhten und komplexere Scripting-Szenarien vereinfachten. Vor diesem Hintergrund begannen Entwickler nach Wegen zu suchen, beliebige Daten wie etwa Bilder direkt auf der Blockchain zu hinterlegen.
Das Ergebnis dieser Bemühungen waren die Ordinals: eine Methode, mit der sich Daten an die kleinste Einheit von BTC, den Satoshi, anhängen lassen.
Ordinals ermöglichen es, digitale Artefakte direkt auf Bitcoin zu erstellen, ohne das Basischicht-Protokoll ändern zu müssen. Daten werden in eine Transaktion eingebettet, und der jeweilige Satoshi wird zum Träger dieser Inhalte. Dies führte zur Entstehung von On-Chain-Bildern, Textdateien und Sammlerstücken – und löste einen massiven Anstieg der Netzwerkaktivität und Transaktionsgebühren aus.
Dennoch werden mit Stand August 2026 kaum noch neue Ordinals eingeschrieben.
Ordinals-Statistik: Tägliche Neuinscriptions auf Satoshis. Quelle: dune.com
Aufbauend auf Ordinals entwickelte sich BRC-20 zu einem der wichtigsten Bitcoin-Token-Standards. Er nutzt dieselben On-Chain-Inscriptions, führt jedoch ein strukturiertes JSON-Datenformat ein, um Token-Parameter zu definieren: Tickersymbol, Gesamtbestand, Minting-Limits pro Transaktion und Aktionstyp. Im Wesentlichen gibt es drei Kernoperationen: Deploy, Mint und Transfer. Jede Aktion wird als separate Inscription erfasst und an bestimmte Satoshis gekoppelt.
Entscheidend ist: BRC-20 basiert nicht auf Smart Contracts. Das Bitcoin-Netzwerk verarbeitet lediglich die reinen Inscription-Daten, während externe Indexer die Token-Guthaben berechnen und nachverfolgen.
Heute umfasst die Liste der BRC-20-Token Tausende aktive Vermögenswerte neben unzähligen Ordinals-Inscriptions. Ordinals treten häufig als digitale Kunstwerke und Sammlerstücke auf, vergleichbar mit NFTs auf Ethereum; NodeMonkes und Bitcoin Puppets gehören dabei zu den bekanntesten Kollektionen. Und genau wie bei Ethereum-NFTs fiel auch bei den Ordinals die Aktivität nahezu auf null zurück, nachdem das spekulative Interesse abgeebbt war.
Was sind Bitcoin Runes?
Die Entstehung von Runes war eine direkte Antwort auf die Schwächen von BRC-20. Da der BRC-20-Standard auf Inscriptions und externe Indexer angewiesen ist, belastet er das Netzwerk stark und ist anfällig für Interpretationsfehler. Runes lösen dieses Problem grundlegend anders: Sie nutzen das native UTXO-Transaktionsmodell von Bitcoin und hinterlegen Betriebsdaten im OP_RETURN-Feld, ohne den Witness-Bereich der Transaktionen zu überlasten.
Dieser Ansatz bettet Token-Operationen direkt in die Transaktionsstruktur ein und macht das Protokoll unabhängig von komplexen Off-Chain-Interpretern.
Funktionsweise von Runes: Jede Transaktion – sei es das Minten, Verteilen oder Übertragen von Token – spiegelt sich in einem separaten UTXO wider. Bestände werden über den Status der Outputs und nicht über eine JSON-Inscription ermittelt. Dadurch fügt sich das Modell nahtlos in die Architektur von Bitcoin ein und minimiert das Risiko von Synchronisationsfehlern. Die Nutzung von OP_RETURN reduziert die On-Chain gespeicherte Datenmenge erheblich, was im Vergleich zu BRC-20 die Skalierbarkeit verbessert und den Blockspace schont.
BRC-20 vs. Runes: Vergleichstabelle
BRC-20
Runes
Implementierung
Basiert auf der Ordinals-Theorie
UTXO-basiert, nicht direkt an Ordinals gekoppelt
Speicherort der (Meta-)Daten
Witness-Bereich (bis zu 4 MB)
OP_RETURN-Feld (80 Bytes)
Übertragung
Erfordert das Erstellen einer neuen Inscription
Übertragung via Standard-Bitcoin-Transaktionen mit Protokollnachricht
Prägung (Minting)
Open Mint: Nach Erstellung kann jeder den BRC-20 minten
Unterstützt Open Minting, aber auch andere Verteilungsmodelle
Token-Name
Nur 4 Zeichen
Bis zu 26 Buchstaben. Beim Start Namen ab 13+ Zeichen verfügbar, Limit sinkt mit der Zeit
Kompatibilität
Nur mit Ordinals-kompatiblen Wallets
Kompatibel mit Lightning und DLCs. Unterstützt SPV-Wallets und Light Clients
Erfinder
Domo
Casey Rodarmor
Bitcoin Light Pools
Mit der wachsenden Zahl an BRC-20-Token und Runes stieg auch die Nachfrage nach dezentralen Handelswerkzeugen im Bitcoin-Ökosystem. Da Bitcoin jedoch keine nativen Smart Contracts unterstützt, ist die Implementierung klassischer Automated Market Maker (AMMs) technisch unmöglich.
Als Lösung für diese Herausforderung entstanden die Bitcoin Light Pools. Das Konzept wurde im April 2024 vom Bitcoin-Entwickler Casey Rodarmor vorgestellt.
Light Pools: A simple solution for decentralized trading of Bitcoin-native assets. Mempool-sniping resistant, price and cost effective.
I'm not going to build this one, unlike runes where I was like, eh, who knows. I hope someone else does! 🧵https://t.co/euLTnYIckk
Bitcoin Light Pools stellen ein Konzept für den Handel von Vermögenswerten im Bitcoin-Netzwerk dar, das ohne Smart Contracts oder zentralisierte Börsen auskommt. Anstelle traditioneller Orderbücher oder AMM-Pools tauschen die Teilnehmer vorsignierte Nachrichten aus, die Preisangebote für die gehandelten Assets enthalten.
Bei Bitcoin Light Pools gibt es weder Liquiditätspools noch Smart Contracts, und niemand hinterlegt Gelder auf Drittplattformen. Stattdessen zirkulieren Preisangebote im Netzwerk als Nachrichten von Market Makern, die ein Asset zu einem bestimmten BTC-Preis kaufen oder verkaufen möchten.
Jedes Angebot enthält eine digitale Signatur, die bestätigt, dass der Market Maker die angegebenen UTXOs tatsächlich kontrolliert. Möglich wird dies durch BIP-322, einen Standard, der es UTXO-Besitzern erlaubt, beliebige Nachrichten zu signieren, ohne die Outputs auszugeben. Diese Signatur fungiert als Eigentumsnachweis für das Asset.
Findet ein Taker ein passendes Angebot, erstellt und signiert er eine PSBT (Partially Signed Bitcoin Transaction). Dieser Transaktionsentwurf definiert die Inputs, Outputs und Konditionen des Tausches.
Diese PSBT kann noch nicht an das Netzwerk übermittelt werden: Sie muss erst von der Gegenpartei finalisiert werden, die das ursprüngliche Angebot abgegeben hat. Erst dann ist die Transaktion vollständig und bereit für die Blockchain.
Heute sind Light Pools noch kein breit genutztes Handelsprotokoll. Runes, BRC-20 und Ordinals werden weiterhin überwiegend über Marktplätze mit Off-Chain-Orderbüchern und On-Chain-Abwicklung auf Bitcoin gehandelt.
Fazit
BTCFi verleiht Bitcoin weit mehr Anwendungsfälle als das bloße Kaufen und Halten. BTC kann als Sicherheit dienen, Renditen erwirtschaften, Liquidität bereitstellen oder externe Netzwerke absichern. Dennoch finden die meisten komplexen Operationen weiterhin außerhalb der Bitcoin-Basisschicht über verbundene Netzwerke, Bridges und tokenisierte Versionen von BTC statt.
Zudem bleibt das Ökosystem fragmentiert. Der am weitesten entwickelte Teil nutzt tokenisierten BTC auf Ethereum und anderen EVM-Netzwerken, darunter Lending- und Liquiditätsprotokolle wie Aave, Morpho und Curve. Native Bitcoin-Infrastruktur verzeichnet eine weniger beständige Nachfrage. Das Aus von Botanix im Jahr 2026 hat gezeigt, dass die Schaffung zusätzlicher Nutzungsmöglichkeiten rund um das Bitcoin-Netzwerk nicht automatisch zu nachhaltiger Nutzeraktivität führt.
Verschiedene Protokolle erzielen Erträge durch Kreditzinsen, Handelsgebühren oder Sicherheitsbelohnungen externer Netzwerke. Trotz dieser aufstrebenden Anwendungsfälle wird Bitcoin nach wie vor primär als Wertaufbewahrungsmittel genutzt – während BTCFi ein kleineres, noch wenig homogenes Ökosystem darum herum bildet.
FAQ
Was sind Bitcoin Ordinals?
Bitcoin Ordinals sind ein Nummerierungssystem für Satoshis, mit dem Bilder, Texte und andere Daten an einzelne Einheiten von Bitcoin angehängt werden können. Diese Einträge werden als Inscriptions bezeichnet und direkt in Bitcoin-Transaktionen gespeichert. Ordinals bilden das Fundament für digitale Sammlerstücke und den BRC-20-Standard.
Wie kann man Rendite auf Bitcoin erzielen?
Renditen auf Bitcoin lassen sich über Lending-Protokolle, Liquiditätspools, ertragbringende BTC-Versionen und Bitcoin-Staking erwirtschaften. Die Quelle der Auszahlungen hängt vom jeweiligen Produkt ab: Kreditzinsen, Handelsgebühren oder Belohnungen eines separaten Netzwerks. Vor einer Einzahlung von BTC sollten Nutzer stets prüfen, wo die Coins verwahrt werden, welches Asset als Belohnung ausgezahlt wird und ob Risiken wie Liquidationen oder Ausfälle von Bridges bestehen.
Was ist BRC-20?
BRC-20 ist ein experimenteller Standard für fungible Token auf dem Bitcoin-Netzwerk, der im März 2023 von Domo eingeführt wurde. Er nutzt Ordinals-Inscriptions mit Daten im JSON-Format, um Token auszugeben, zu prägen und zu übertragen. BRC-20-Bestände werden von externen Indexern berechnet, da die zugrunde liegende Bitcoin-Blockchain kein eigenes Register für diese Token führt.
Was ist Bitcoin DeFi?
Bitcoin DeFi umfasst Protokolle und Anwendungen, die die Nutzung von BTC für Kreditvergabe, Handel, Renditeerzielung und weitere Finanzoperationen ermöglichen. Komplexe Logiken werden in der Regel auf Layer-2-Netzwerken, Sidechains oder separaten Blockchains ausgeführt, die an Bitcoin angebunden sind. Das Ökosystem beinhaltet auch Bridges und tokenisierte BTC-Versionen, die den Zugang zu Smart Contracts ermöglichen.
Was ist Bitcoin Staking?
Bitcoin Staking bezeichnet das Sperren von BTC, um am Sicherheitssystem eines separaten Netzwerks wie Core oder Babylon Genesis teilzunehmen. Die Coins verbleiben auf der Bitcoin-Blockchain und werden nicht an einen Operator übertragen, das fremde Netzwerk bezieht sie jedoch in sein Validatorauswahl- oder Blockbestätigungsmodell ein. Die Belohnungen zahlt das jeweilige Netzwerk in seinem eigenen nativen Token aus, da Bitcoin selbst auf Proof of Work basiert und kein Staking unterstützt.